Premiere für den „Mentali“ – Ein Tag im Zeichen der mentalen Gesundheit am HG

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Am 12.02.26 fand an unserer Schule der erste Mental Health Day – unser „Mentali“ – statt. Ein Tag, der ganz im Zeichen des Wohlbefindens, der Achtsamkeit und der inneren Stärke stand. Ein besonderer Tag, an dem viele verschiedene Akteure mitgewirkt haben, denen das Thema sehr am Herzen liegt. Vor allem drei engagierte Schülerinnen aus dem 10. Jahrgang – Selma, Erva-Nur und Louisa – haben den Stein ins Rollen gebracht, als sie – zusammen mit Frau Krause und Herrn Ulrich – am „Kick Starter“ Projekt der Stadt Bielefeld teilnahmen. Hinter diesem Projekt verbirgt sich ein Förderprogramm zu Jugendthemen in Bielefeld, welches das Bil­dungsbüro in Zusammenarbeit mit Jugendlichen unserer Stadt entwickelt hat. Schulen in Bielefeld soll dabei die Gelegenheit gegeben werden, in ihrer Schulgemeinschaft einen Impuls zu setzen, um jugendrelevante Themen im Schulleben sichtbar zu machen. Unsere fünfköpfige Gruppe hat sich schnell auf das Thema Mental Health geeinigt und die Idee eines Mental Health Tages in der Schule entwickelt. Im Verlauf der diversen Planungssitzungen erweiterte sich unser Kreis um unseren Schulsozialarbeiter Herr Ghaznavi sowie die beiden Kolleginnen Frau Sauer und Frau Kahrau, die gerne mitgestalten wollten. Auch mit der Schulberatungsstelle haben wir uns eng abgestimmt, um ein klares Konzept für den Tag zu erstellen. Bevor der „Mentali“ stattfand, nahmen die Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs im Rahmen ihrer Orientierungsstunden an einer Umfrage teil, deren Ergebnisse im Verlaufe des „Mentali“ aufgegriffen werden sollten und bekamen – genauso wie ihre Eltern – einen Ausblick auf die Inhalte des Tages.

Ein gemeinsamer Auftakt

Der Startschuss zum ersten „Mentali“ fiel morgens in der Aula. Nach einer Begrüßung durch den Schulleiter und den drei involvierten Zehntklässlerinnen, führten Frau Viemann und Herr Lang von der Schulberatungsstelle Bielefeld die Jugendlichen aller 8. Klassen in die Thematik ein, indem sie neben einigen Begriffserklärungen auch kurze Videoclips einsetzten, die Ergebnisse der Umfrage aufgriffen und das Publikum mit Quizfragen aktiv einbanden, zum Nachdenken anregten und für das Thema sensibilisierten. Den Abschluss der Auftaktveranstaltung machte Fabian Klos (Fußball-Legende von Arminia Bielefeld), der für einen Videogruß gewonnen werden konnte, in welchem er unseren Schülerinnen und Schülern Einblicke in seine Gedanken rund um das Thema Mental Health gab, von eigenen Erfahrungen berichte, seine persönlichen Strategien nannte und den Jugendlichen zuletzt einen tollen und ertragreichen Tag wünschte.

Von der Theorie in die Praxis: Die Workshops

Nach dem gemeinsamen Auftakt fanden die Schülerinnen und Schüler am Aula-Ausgang sowohl Infomaterial diverser Beratungsstellen als auch eine leckere Stärkung in Form von Müsliriegeln und verschiedenen Obstsorten (Frau Richert danken wir an dieser Stelle für die großzügige Obst-Spende). Im Anschluss wechselten die Klassen im Rotationsprinzip in verschiedene Workshops. In vier Runden hatten die Gruppen jeweils 50 Minuten lang Zeit, um in unterschiedliche Themenbereiche einzutauchen – angeleitet von verschiedenen externen und internen Akteuren: Die drei Helmholtz-Kolleginnen, die Schülerinnen und Schüler des Pädagogik-LKs unserer Q1 sowie unser Schulsozial-arbeiter, der PEP-basics Coach Herr Dachner aber auch Frau Hammer, Herr Völzke und Herr Wattenberg vom VPE (dem Verein Psychiatrie-Erfahrener Bielefeld) hatten ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Es wurde aber nicht nur referiert, sondern vor allem diskutiert, sich bewegt, geschrieben, gebastelt und entspannt. Das Ziel war es, den Jugendlichen einen „Werkzeugkoffer“ mit Strategien und Techniken, die für die Bewahrung oder Pflege ihrer mentalen Gesundheit hilfreich sein können, an die Hand zu geben, um im Alltag besser mit Stress umzugehen und achtsamer mit sich selbst zu sein. Die Workshops fanden dabei sowohl in Klassenräumen, aber auch in der Turnhalle und im Jugendzentrum Kamp statt. Die Klassen- und Fachlehrer waren bewusst nicht bei den Workshops dabei.

Das Workshop-Angebot umfasste folgende sechs Bereiche:

  • Angst meistern / Innere Stärke finden: Der Schwerpunkt lag auf Atemtechniken, die helfen, das Nervensystem zu beruhigen und in fordernden Situationen gelassen und bewusst zu agieren.
  • Social Media: Wie kann man sich im Umgang mit Smartphones und Sozialen Medien schützen und abgrenzen?
  • Journaling für mehr Ruhe und Gelassenheit: Schreiben als Ventil – wie Gedanken zu Papier gebracht werden können, um den Kopf freizubekommen und den Fokus auf das Positive zu legen.
  • Beweg dich! Hör hin! Fühl dich besser!: Der direkte Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität, Musik und psychischem Wohlbefinden.
  • Mentale Stärkung – Emotionsregulation und Stressreduktion: Klopf- und Kurbeltechniken, um in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.
  • Äußere Ordnung gibt innere Ordnung: Das eigene Zimmer für Arbeit und Freizeit strukturieren, seinen Schreibtisch organisieren, Anti-Stress-Routinen entwickeln, To-do-Listen schreiben

Rückmeldungen aus der Evaluation

Mir haben die abwechslungsreichen Workshops gefallen – und das Obst nebenbei.“

„Es wurden viele Techniken zur Stressbekämpfung gemacht, aber nicht so viel generell über mentale Gesundheit geredet. Es wurde einem nicht beigebracht, wodurch z.B. Angst ausgelöst wird.“

„Den Workshop zur Stressreduktion fand ich super, weil der Leiter uns wirklich geglaubt hat, dass man oft Stress hat und nicht weiß, wie man damit am besten umgeht. Der Leiter war sehr authentisch.“

Stark für den Alltag

Der „Mentali“ hat gezeigt, wie wichtig es ist, Raum für diese Themen im Schulalltag zu schaffen. Die Umfrage im Vorfeld hatte hervorgebracht, dass sich ein Großteil der Schülerinnen und Schüler gestresst fühlt und wissen muss, wie sie z.B. diesem Gefühl begegnen können, um langfristig mental gesund zu sein. Die Schülerinnen und Schüler konnten an diesem Tag nicht nur theoretisches Wissen mitnehmen, sondern vor allem praktische Techniken ausprobieren, die ihnen helfen, widerstandsfähiger – also resilienter – durch den (Schul-) Alltag zu gehen.

Wir danken allen Beteiligten, der Schulberatungsstelle und den Workshop-Leitern für diesen gelungenen Auftakt! Gemeinsam können wir etwas bewirken – Wir vom Helmholtz haben das geschafft. Das Mentali-Team ist mit der Premiere sehr zufrieden und die Evaluation aller Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs zeigt, dass die Schülerinnen und Schüler es für sehr sinnvoll erachten, einen Mental Health Day am Helmholtz zu haben. Die Rückmeldungen zeigen außerdem, dass die Atmosphäre in den Workshops als sehr angenehm empfunden wurde und das der Tag insgesamt gut strukturiert war. Die Schülerinnen und Schüler haben aber auch konkrete Ideen formuliert, wie man diesen Tag noch besser ausgestalten kann. Das Mentali-Team wird die Ergebnisse der Evaluation nutzen, um den nächsten Mentali im kommenden Schuljahr weiter zu optimieren.

Elias Ulrich