„Don’t risk your youth“ – Eindrücklicher Besuch beim P.A.R.T.Y.-Präventionskurs

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Natürlich bin ich glücklich, dass ihm nicht auch etwas passiert ist, doch er hat sich nicht einmal dafür entschuldigt, dass er mich beinahe umgebracht hätte.“ Dies erzählte uns Kathleen Heinsohn am 17.12.2025 bei unserem Besuch beim P.A.R.T.Y.-Präventionskurs in Bethel.

Unter dem Motto „Don‘t risk your youth“ erhielt der Leistungskurs Biologie (Q1) bei Herrn Mühlenhoff einen einprägsamen Einblick in die Gefahren, die mit dem Alkohol- und Drogenkonsum einhergehen. Dabei stand nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Gefährdung anderer Straßenverkehrsteilnehmer, sowie die psychische Belastung der Familienmitglieder im Fokus. Nach einer kurzen Eingangspräsentation eines Oberarztes und der Polizei führten wir einen Rundgang durch. Zuerst stand ein Parcours auf dem Plan: Nachdem wir uns verschiedene Brillen, welche die Sicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss simulierten, aufsetzten, wurden wir dazu aufgefordert, einen Parcours zu durchlaufen und unter anderem Schilder abzuwerfen oder ein Hütchen aufzuheben. Was für den Menschen unter normalen Bedingungen ein Kinderspiel ist, gestaltete sich für uns sehr schwierig. Daher konnte sich keiner von uns vorstellen, so beeinflusst ein Auto zu steuern.

Daraufhin schauten wir uns den Ablauf der Behandlung eines Betroffenen an. In der ersten Station lernten wir den Rettungswagen von innen kennen: Neben den Geräten und dem Equipment war das sogenannte „ABCDE“-Schema sehr interessant. Dieser strikte, universelle Ablaufplan der Untersuchung durch die Rettungssanitäter setzt die Rangfolge der möglichen Probleme fest und verhindert so das Vergessen eines Problems, beispielsweise bei der Ankunft des Patienten in der Notaufnahme.

Sind die Verletzungen sehr stark, landet man im sogenannten Schockraum, wo man von mehreren Ärzten, deren Platz ebenfalls klar definiert ist, umrundet ist. Diese stressige Situation wurde außerdem durch das Ausprobieren bestimmter Situationen, wie dem Liegen auf einem sich bewegenden Bett demonstriert. Zudem wurde die Ernsthaftigkeit durch die vielen Geräte, wie dem Röntgenapparat oder die vielen großen Schränke deutlich.

Dieser Einblick erinnerte viele der Schülerinnen und Schüler an Filmszenen, in denen es ähnlich dramatisch dargestellt ist, weshalb es für viele das Highlight war.

Andererseits war für alle klar: in dieser Situation möchte ich niemals sein.

Angekommen auf der Intensivstation begrüßte uns ein Arzt und erklärte uns, wie wir uns auf der Station verhalten sollten, damit die Privatsphäre der Patienten geschützt bleibt. Nach der kurzen Einweisung bekamen wir die Möglichkeit, zu sehen, wie Patienten auf der Station behandelt werden und begegneten der sehr aufgeschlossenen Pflege. Hier wurde uns direkt vor Augen geführt, wie viel Zeit, Aufwand und Kraft viele Menschen in die Gesundheit anderer investieren. Das war beeindruckend zu sehen, gerade weil wir die Perspektive der behandelnden Seite im Krankenhaus auf diese Weise einnehmen konnten. Auch erzählte der uns begleitende Arzt von Menschen unseres Alters, die er behandeln musste und berichtete, wie fahrlässiges Verhalten jeglicher Art zu schwerwiegenden Verletzungen führte. Zuletzt beantwortete der Arzt noch unsere Fragen und schickte uns anschließend zur nächsten Station, einem Raum voll mit medizinischen Untensilien. 

An diese führte uns ein motivierter Krankenpfleger heran. Unter anderem lagen dort Beinstabilisatoren auf einer Liege, die wir sogar anprobieren durften. Nur für einen kleinen Moment ein absolut unbewegbares Bein zu haben, war sehr eindrücklich und hat uns alle darüber zum Nachdenken gebracht, wie wir solche Konsequenzen durch weniger riskantes Verhalten vermeiden können. Wir konnten klar spüren, dass es dem Pfleger sehr wichtig war, uns gesund zu halten, gerade weil er das Gespräch mit einer Bitte, uns in seinem beruflichen Umfeld nie wieder sehen zu müssen, endete. 

Geprägt vom Heranführen an Verletzungen schlimmster Art, durften wir zum Abschluss noch zwei jungen, ehemaligen Traumapatienten begegnen. Diese schilderten, wie ihre Verletzungen nicht selbstverschuldet, sondern durch fahrlässiges, riskantes Verhalten anderer entstanden waren. 

Spätestens während des Gesprächs mit Betroffenen wurde uns allen bewusst, wie dankbar wir für unsere Gesundheit sein sollten und dass wir uns unendlich Mühe geben müssen, uns und andere zu schützen. Das gelingt, wie wir gelernt haben, besonders gut, wenn wir andere aufklären und selbst im Kopf behalten, was Alkohol-/ Drogenkonsum und Risikoverhalten im Verkehr für Konsequenzen haben können. 

Mathilda Brün (Helmholtz-Gymnasium) und Maisam Dikna (Ceciliengymnasium), Leistungskurs Biologie Q1 (Herr Mühlenhoff)