► AKTUELL: Vorstellung Differenzierungsbereich, Donnerstag, 22.3.2012, 17:00-19:00 Uhr


 

 

Wahlpflichtbereich II - Differenzierungskurse (JG 8 und 9)

  1. Übersicht über das Angebot an Differenzierungskursen
  2. Konzeption
  3. Bildungstheoretische und didaktische Aspekte

 

 


 

1. Übersicht über das Angebot an Differenzierungskursen

Die Schülerinnen und Schüler wählen zwischen der 3. Fremdsprache und einem Angebot, das zur 3. Fremdsprache gleichwertig ist.

 

 

 

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2. Konzeption

Formale und organisatorische Leitlinien
 
Um ein Angebot aufzubauen, das zur dritten Fremdsprache gleichwertig ist, wurden am Helmholtz-Gymnasium Kurse in der Hand einer Lehrerin oder eines Lehrers als Jahreskurse eingerichtet. Die inhaltliche Ausrichtung der Kurse orientiert sich an den Aufgabenfeldern, wie sie aus der Gymnasialen Oberstufe bekannt sind. Um aber eine verfrühte Festlegung der Kurswahlen der Gymnasialen Oberstufe zu vermeiden und frühzeitigen individuellen Typisierungen vorzubeugen, werden die Schülerinnen und Schüler verpflichtet, nach einem Jahr einen Wechsel des Aufgabenfeldes vorzunehmen. Dabei liegt Schülern und Eltern bei der Information und der Wahl am Ende der Jahrgangsstufe 7 das vollständige Unterrichtsangebot für die Jahrgangsstufen 8 und 9 vor. Die Schülerinnen und Schüler treffen ihre Wahl nicht nach Fächern, sondern nach Themen in Fachbereichen. Voraussetzung war im Vorfeld eine intensive Kooperation der Fachkonferenzen im Fachbereich zur Festlegung der jeweils fachspezifischen Inhalte und Methoden, aber auch eine Einigung auf relevante Themen, die neben dem jeweiligen Fachunterricht in 8 und 9 existieren und nicht Inhalte der Sekundarstufe II vorwegnehmen. Das Rahmenkonzept im Fachbereich sichert den fächerübergreifenden Aspekt, die jeweilige thematische und inhaltliche Akzentuierung durch die Fachlehrerin oder den Fachlehrer in Zusammenarbeit mit dem Kurs die fachunterrichtliche Grundstruktur.

Der jeweilige Kurslehrer akzentuiert das Kursthema gemäß seiner Lehrbefähigung unter Beachtung der vereinbarten Rahmenthemen. Der Stundenplan wird am Helmholtz-Gymnasium für den Unterricht im Differenzierungsbereich so gestaltet, dass von den zur Verfügung stehenden Stunden zwei zu einer Doppelstunde zusammengefasst sind, um eine zeitlich größeren Rahmen für variable Unterrichtsgestaltung (Gruppenarbeit, Experimente, Planspiele etc.) zu bieten. Die Doppelstunde wird nach Möglichkeit auf die fünfte und sechste Stunde gelegt, damit ohne großen stundenplantechnischen Aufwand ab 11:30 Uhr Exkursionen stattfinden können, die weder durch nachfolgenden Unterricht zeitlich exakt begrenzt sind noch anderen Unterricht am Vormittag tangieren.
Die Jahreskurse werden mit einer versetzungsrelevanten Note versehen, Leistungsüberprüfungen finden analog zur dritten Fremdsprache statt.

 

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3. Bildungstheoretische und didaktische Aspekte des Konzeptes

Organisatorische Grundlegungen und bildungstheoretische Überlegungen können nicht getrennt werden. Unser Konzept versucht neue Wege für den fächerübergreifen-den Unterricht und auch für die Straffung und ökonomischere Gestaltung von Unterrichtsinhalten der Sekundarstufe I zu zeigen. Damit entspricht die Arbeit auch den von den Richtlinien für die Gymnasien Sekundarstufe I geforderten Leitlinien. Konzentration auf die Inhalte, fächerübergreifender Unterricht bei Betonung der jeweils fachspezifischen Zugriffsweisen und Schulung der fachspezifischen Methoden als Hinführung zu wissenschafts-propädeutischem Unterricht, dem Kennzeichen des gymnasialen Lehrens und Lernens - mit diesen Schwerpunkten kann der Differenzierungsbereich neue und attraktive Möglichkeiten in den Jahrgangsstufen 8 und 9 des Gymnasiums bieten.
Die fächerübergreifende Konzeption des Differenzierungsunterrichts am Helmholtz-Gymnasium findet ihre Begründung auch in der Tatsache, dass in dem täglichen Erfahrungsbereich der Schülerinnen und Schüler weitgehend eine Komplexität von Phänomenen sichtbar wird, die sich nicht nur ausschließlich einem Unterrichtsfach zuordnen lässt.
Das Helmholtz-Gymnasium sieht bei seinem Modell neben der Möglichkeit zu interdisziplinärem Unterricht und der Heranführung der Schülerinnen und Schüler an Formen des entdeckenden Lernens im Differenzierungsbereich die Chance, in besonderem Maße den Anforderungen der Richtlinien nach wissenschaftsorientiertem und schülerorientiertem Unterricht nachzukommen.
 
 
a) Wissenschaftsorientierung
 
Die Richtlinien fordern als Grundlage für wissenschaftspropädeutisches Arbeiten in der Sekundarstufe II, die Schülerinnen und Schüler zur Systematisierung, zu Methodenbewusstsein und zur Problematisierung in der Sekundarstufe I anzuleiten.
Entsprechend dieser Vorgabe zielt unsere Konzeption darauf hin, dass die Schülerinnen und Schüler innerhalb der Bereiche das Zusammenwirken verschiedener Fächer zur Problematisierung, Analyse und zur systematischen Erarbeitung eines Themas oder Sachgebietes kennen lernen und die Anwendung fachspezifischer Methoden beziehungsweise deren Zusammenwirken in fächerübergreifenden Zusammenhängen erproben lernen. Das angestrebte fächerübergreifende Arbeiten fordert einerseits, auf exemplarische Weise Theorien und Methoden der beteiligten Fächer zu verstehen, andererseits muss es aber auch ermöglichen, sich darüber zu informieren, welchen jeweils unterschiedlichen Beitrag die verschiedenen Fächer zur Erhellung des Problems oder Sachgegenstandes leisten.
Aufgabe eines solchen fächerübergreifenden Unterrichtes ist es zudem auch, den Schülerinnen und Schülern die innere methodische Affinität verschiedener Fach-disziplinen in einem Lernbereich aufzuzeigen.
 
 

b) Schülerorientierung
 
Der fächerübergreifende Unterricht, der im Bewusstsein der Schüler einen integrativen Charakter einnehmen soll, bietet im Gegensatz zum traditionellen Fachunterricht die Chance, komplexe Sachgebiete und Probleme synchron und multidimensional zu betrachten, zu analysieren und zu erforschen. Dabei können sich die Schülerinnen und Schüler bei den von ihnen selbst mitbestimmten Unterthemen in den betreffenden Fachbereichen ihre Alltagserfahrungen bewusst machen und reflektieren, so dass sie zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit der jeweiligen Problematik und in Folge davon zu ethischem Handeln angeleitet werden. Dabei soll der Grundkonflikt schülerorientierten Unterrichtes, die Beziehung zwischen vom Schüler geforderten individuell-aktuell Wichtigem und vom Lehrenden einzubringenden objektiv-langfristig Relevantem nicht verschleiert werden. Allerdings ermöglicht der so angelegte Differenzierungsunterricht mehr Aspekte eines schülerorientierten Unterrichtes als der unter der Obligatorik stehende Fachunterricht.
Ein wichtiges Ziel des Unterrichts im Differenzierungsbereich ist die Förderung der Kreativität der Schülerinnen und Schüler. Insbesondere sind hier Aspekte eines handlungs- und projektorientierten Unterrichtes zu sehen.
Da produktbezogenes und kreatives Handeln nicht ohne Informationen und Wissen der Schülerinnen und Schüler über das anstehende Produkt gelingen kann, muss der stärker praktischen orientierten Phase eine Phase vorangestellt werden, in welcher der analytische Aspekt überwiegt. Als ebenso notwendig erweist sich eine Phase der kritischen Auseinandersetzung mit dem erstellten Produkt.
Diese Aufteilung in drei große Hauptphasen bedeutet jedoch lediglich eine Schwerpunktsetzung und schließt nicht aus, dass es nicht in jeder einzelnen Unterrichtsphase zu einem Miteinander von 'Kopf- und Handarbeit' der Schülerinnen und Schüler kommt. Im gesamten Unterricht sollen den Schülerinnen und Schülern die jeweiligen fachspezifischen Vorgehensweisen und Zielsetzungen der Fächer wie die Möglichkeiten zu einer fächerübergreifenden Durchdringung eines Phänomens besonders bewusst gemacht werden.
Damit umfasst der Differenzierungsbereich zwei Bereiche, die unmittelbar in Berührung stehen und ineinander wirken, den kreativ-gestaltenden und den reflexiv-analytischen Bereich. Das bedeutet aber auch, dass Sachwissen und Methoden der Fächer Grundlage und Ausgangspunkt in einem Produktionsprozess sein müssen, insofern als die Gestaltung eines Produktes beispielsweise im literarisch-künstlerischen Bereich analytisch gewonnene Kenntnisse seiner Struktur, Genese und Funktion voraussetzt.
 

 

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