Das Schulcurriculum für das Fach Geschichte

Im Folgenden finden Sie das schulinterne Curriculum (auch als pdf zum Herunterladen).

Inhalt

1. Sekundarstufe I (Klassen 6, 8 und 9)

2. Einführungsphase / EF (Jahrgang 10)

- Themen und Inhalte

- Regionalgeschichtliches Projekt in 10. Jahrgang / EF im Bielefelder Stadtarchiv

- Klassenarbeiten

3. Stoffverteilungsplan der Gegenstände des Zentralabiturs für die Jahrgänge Q1/Q2

4. Konzept von Projektkursen (möglich im Jahrgang 11 / Q1)

 

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Sekundarstufe I: Aus dem Schulcurriculum Geschichte für die Jahrgänge 6, 8, 9

 

Der nachfolgende Stoffkatalog orientiert sich am eingeführten Lehrbuch, das den Schülerinnen und Schülern ausgehändigt wird. Durch die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit ist ein Jahr Geschichtsunterricht weggefallen. Die Inhalte des Geschichtsunterrichts sind dabei nur wenig gekürzt worden. Daher ist die Lehrkraft allerdings oft gezwungen, an bestimmten Stellen selbständig zu kürzen. Dies kann auch geschehen, um Zeit für die intensivere Behandlung beispielhafter und zentraler Inhalte zu gewinnen.

 

Jahrgang 6  

1.1 Älteste Spuren menschlichen Lebens im weltweiten Überblick
1.2 Altsteinzeitliche Lebensformen und neolithische Revolution
1.3 Frühe Hochkulturen an einem ausgewählten Beispiel
2.1 Lebenswelt griechische Polis
2.2 Rom- vom Stadtstaat zum Weltreich
2.3 Herrschaft, Gesellschaft und Alltag im Imperium Romanum
3.1 Weltvorstellungen und geografische Kenntnisse in Afrika, Europa, Asien
3.2 Interkulturelle Kontakte und Einflüsse
4.1 Die Grundlagen: Romanisierung, Christentum, Germanen
4.2 Lebenswelten in der Ständegesellschaft
4.3 Formen politischer Teilhabe in F, Engl, D

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Jahrgang 8

5.1 Weltvorstellungen und geografische Kenntnisse in Asien (u.a. Arabien) und Europa
5.2 Formen kulturellen Austausches – weltweit: z.B. christliche Missionierung, Pilgerreisen,
Ausbreitung des Islam. Handelsreisen
5.3 Neben- und Gegeneinander am Rande des Abendlandes: Christen, Juden und Muslime
evt Nachtrag aus 6: Formen politischer Teilhabe in F, E, römisch-deutschen Reich
6.1 geistige, kulturelle, Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Prozesse
6.2 Renaissance, Humanismus und Reformation
6.3 Stadtgesellschaft
6.4 Europäer und Nichteuropäer-Entdeckungen und Eroberungen
7.1 Revolutionäre, evolutionäre und restaurative Tendenzen
7.2 Absolutismus am Beispiel Frankreichs
7.3 Französische Revolution
7.4 Revolution in Deutschland 1848/49 und deutsche Einigung 1871
7.5 Industrielle Revolution – an einem regionalen Beispiel

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Jahrgang 9

8.1 Imperialistische Politik in Afrika und Asien
8.2 Triebkräfte imperialistischer Expansion
8.3 Die Rivalitäten der europäischen Großmächte und die Entstehung des 1. Weltkriegs
8.4 Merkmale des 1. Weltkriegs
9.1 Rusland: Revolution 1917 und Stalinismus
9.2 USA: Aufstieg zur Weltmacht
10.1 Deutschland 1918/19: Niederlage und Revolution (zusätzlicher Schwerpunkt)
10.2 Die Zerstörung der Weimarer Republik
10.3 Das nationalsozialistische Herrschaftssystem; Individuen und Gruppen zwischen Anpassung und Widerstand
10.4 Entrechtung, Verfolgung und Ermordung europäischer Juden, Sinti und Roma, Andersdenkender zwischen 1933 und 1945
10.5 Vernichtungskrieg
10.6 Flucht und Vertreibung im europäischen Kontext
11.1 Aufteilung der Welt in „Blöcke“ und Situation Deutschlands
11.2 Gründung der Bundesrepublik, Westintegration, deutsche Teilung
11.3 Zusammenbruch des kommunistischen Systems, deutsche Vereinigung
11.4 Transnationale Kooperation: Europäische Einigung und Vereinte Nationen

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Schulcurriculum in Jahrgang 10 /EF (Einführungsphase)

Vorbemerkung:

Die Inhalte der beiden Halbjahre werden aus organisatorischen Gründen manchmal getauscht. Das hat mit den Kapazitäten des Stadtarchivs zu tun, in dem nach Möglichkeit mit den meisten Kursen des Jahrgangs ein regionalgeschichtliches Projekt zur Industrialisierung durchgeführt wird.

Themen und Inhalte der Halbjahre

1. Im ersten Halbjahr werden Probleme des Mittelalters und der frühen Neuzeit behandelt. Das geschieht auch unter dem Aspekt „Kulturelle Differenzen – Bereicherung und Konfliktpotential“. Dabei wird z.B. im Zusammenhang der Kreuzzüge thematisiert, inwieweit es sich um einen Konflikt zwischen Religionen oder Kulturen handelte. Weitere Gegenstände sind neben dem Mittelalter die Renaissance, die Entdeckung der Neuen Welt wie auch die frühe Neuzeit bis zum Absolutismus. 

2. Im zweiten Halbjahr wird die Industrialisierung im 19. Jahrhundert unter dem Aspekt der Divergenzen von Kapital und Arbeit behandelt. Gegenstände sind u.a. die Industrialisierung, die moderne Industriegesellschaft, die Arbeiterbewegung und der Imperialismus. 

Regionalgeschichtliches Projekt

Zum Thema des zweiten Halbjahres der 10 / EF besteht für die einzelnen Kurse die Möglichkeit, im Stadtarchiv der Stadt Bielefeld ein regionalgeschichtliches Projekt durchzuführen. Während eines Zeitraums von ca. 3 Wochen arbeiten die SchülerInnen im Archiv an einem selbstgewählten Thema zur Bielefelder Geschichte des 19. Jahrhunderts. Dabei werden sie unterstützt von den Fachkräften des Archivs: Sie erhalten zunächst eine allgemeine Einführung in Aufgaben und Arbeitsweise des Archivs. Anschließend wird ihnen in der Regel auch bei der Quellen- und Literatursuche Hilfestellung geleistet. Schließlich erarbeiten sie ein Referat. Methodisch werden sie damit zugleich auf eine Facharbeit im Fach Geschichte vorbereitet. (Die Facharbeit muss im Jahrgang 11 / Q1 in einem beliebigen Fach geschrieben werden.) Diese Projektarbeit kann eine Klassenarbeit ersetzen.

Hier finden Sie ein aktuelles Beispiel.

 

Klassenarbeiten

Im Jahrgang 10 / EF werden 3 Klassenarbeiten geschrieben. Sie werden in der Regel zwei- stündig angesetzt. 

 

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Schulcurriculum für den Jahrgang 11/12 bzw. Q1/Q2

 

Stoffverteilungsplan der Gegenstände des Zentralabiturs

Das „lange“ 19. Jahrhundert

 

1. Nationalstaatsgedanke und Nationalismus in Europa
1.1 Idee und Problematik des Nationsbegriffs
1.2 Bedeutung der Napoleonischen Kriege für den Nationalstaatsgedanken am Beispiel Deutschlands und eines weiteren Landes
1.3 "Einheit und Freiheit" in der deutschen Revolution 1848/49
2.   Reichsgründung von oben
2.1 Innen- und außenpolitische Grundlagen des Deutschen Kaiserreichs
3. Zweite Industrielle Revolution (technischer Fortschritt und sozioökonomische Veränderungen) und imperialistische Expansion (Deutschland, Großbritannien, USA) 1880 – 1914

 

Das „kurze“ 20. Jahrhundert

 

1. Der Erste Weltkrieg
1.1 Kriegsursachen und Kriegsausbruch
1.2 Der Erste Weltkrieg als „moderner“ Krieg
1.3 Epochenjahr 1917
1.4 Kriegsende und politischer Umbruch in Deutschland
1.5 Friedensverträge
2.Die nationalsozialistische Diktatur
2.1 Politische und ideologische Voraussetzungen des Nationalsozialismus:
- mittel- und längerfristige politische Ursachen,
- Krisensituation 1930 – 1933,
- NS-Ideologie

 

Der Rest des Abschnitts „Die nationalsozialistische Diktatur“ muss nicht mehr in der Q1 bewältigt werden.

Anstelle einer Klausur im 2. Halbjahr der Q1 kann eine Facharbeit geschrieben werden:

Hier finden Sie ein Beispiel:  Zwangsarbeit bei der Lufthansa

 

Unterricht in Q2 

 

Die nationalsozialistische Diktatur (Fortsetzung)
- Ende des Rechts- und Verfassungsstaates in Deutschland 1933/34
- NS-Außenpolitik bis 1939 (nur Leistungskurs)
- Zweiter Weltkrieg und Völkermord an den europäischen Juden
3. Deutschland und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg
3.1 Teilung Europas und Deutschlands (1945 – 1955)
3.2 Das Grundgesetz und die Gründung der Bundesrepublik Deutschland
3.3 Entstehung und gesellschaftspolitische Entwicklung der DDR
3.4 Neue Ostpolitik im Rahmen der internationalen Entspannungspolitik (nur Leistungskurs)
3.5 Epochenjahr 1989
3.6 Der Untergang der Sowjetunion und die Revolutionen in Osteuropa
3.7 Die Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1989/1990.

 

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 Projektkurs Geschichte

Projektkurse können von den Schulen im Jahrgang 11 angeboten werden. Sie laufen über ein gesamtes Schuljahr und haben den Umfang von 2 Wochenstunden. Projektkurse in Geschichte können nur angewählt bzw. belegt werden, wenn zugleich das Fach Geschichte belegt wird. Projektkurse sollen ein Produkt als Ergebnis haben. Dabei sind viele Formen denkbar; es können Referate sein, es kann sich aber auch um eine Wettbewerbsteilnahme handeln oder um die Vorbereitung einer historischen Führung bzw. um ein Hörspiel-Feature. 

 

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Konzept der Projektkurse

Ein gemeinsames Projektthema kann nach Interessenlage der SchülerInnen gewählt werden. Dabei bieten sich lokalgeschichtliche Zugänge an - wie zum Beispiel die Geschichte der Industrialisierung oder des Nationalsozialismus in Bielefeld - oder ausgewählte Themenfelder aus dem Bereich der Umwelt-, Technik-, Wissenschafts- und Geschlechtergeschichte.

 
 
Ein Themenvorschlag als Beispiel: Braun im roten Bielefeld
Im Rahmen des normalen Geschichtsunterrichts bleibt die Zeit zwischen 1933 und 1945 oftmals auf die großen Schauplätze der Geschichte beschränkt und in seiner alltäglichen Konkretisierung mitunter nur schwer greif- bzw. vorstellbar. Dabei fand der Nationalsozialismus nicht nur in Berlin, Nürnberg oder in den unzähligen Lagern aller Art statt, endete eben nicht an den Stadtgrenzen. Nationalsozialismus ist nicht immer ausschließlich die ganz große Geschichte, sondern war auch eine sich in alle Bereiche erstreckende Alltäglichkeit.
Er betraf alle Bereiche menschlichen Lebens, fand an vertrauten Plätzen und in allen bekannten Bauwerken statt. Er griff bis in die Schulen, die Familien, Alltag, Beruf und Freizeit der Menschen. Bielefeld ist, wenn es die überhaupt gibt, keine Stadt mit einer ausgeprägten nationalsozialistischen Tradition. Es galt eben eher als rot. Trotzdem wurde es nach 1933 ebenso braun wie viele andere Städte und Gemeinden auch. Die braune Ideologie und Diktatur wurden nationalsozialistischer Alltag, hinterließen in der Stadt ihre Spuren.
Diese Spuren des Nationalsozialismus in der alltäglichen Lebensumwelt der Schüler zu suchen und zu verdeutlichen, seine Ursachen und Auswirkungen im Lokalen zu untersuchen, das soll der Grundgedanke eines Projektes sein.
Dabei werden relevante Grundzüge der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts behandelt sowie regional-, lokal-, alltags- und mentalitätsgeschichtliche Zugriffe verfolgt. 
 
 

Ein weiterer Themenvorschlag: Der Jugend beraubt: Wladimir Timofejew

Wladimir Timofejew wurde 1942 kurz vor seinem 13. Geburtstag verschleppt. Die ersten Monate in Bielefeld war er im Lager auf dem Joahnnisberg untergebracht. Foto: Stadtarchiv Bielefeld Mögliche Schwerpunkte der Arbeit könnten sein: 

· Parteien in der Provinz: Wähler und Wahlverhalten im Bielefeld der 20er und frühen 30er Jahre
· Nazis, als es noch nicht „modern“ war: Zusammensetzung, Aktivitäten und Anschauungen der Bielefelder NSDAP in den 20er Jahren
· Gesinnung nach dem Stadtplan: Wer wählt wo wie? · Ein klassischer Arbeiterbezirk im Bielefelder Osten: Leben im 5. Kanton 
· Spuren des Unterdrückungsapparates in Bielefeld: SS, SA, SD, Gestapo
· Verschleppt nach Bielefeld: Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene
· Der bedeutendste Sohn der Stadt: Bielefeld und der Horst-Wessel-Kult
· Unsere Schule mit Vergangenheit: Wo sind die jüdischen Schüler geblieben? Das Projekt Stolpersteine
· Zwischen Zwangsarisierungen und NS-Musterbetrieben: Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik an lokalen Beispielen
· Im Namen des Volkes? NS Justiz am Bielefelder Landgericht
· Der Führer in Bielefeld: Der Hitlerbesuch von 1932 im Spiegel der Presse

 

 Organisation des Projektunterrichts

Phase I: Überblick zum Ablauf der Projektarbeit und Gruppenherstellung
Phase II: Basis schaffen: inhaltlich, methodisch und fachwissenschaftlich orientierender Input
Phase III: Projektkriterien klären: Die Besonderheiten dieser Unterrichtsform
Phase IV: Themen finden und Gruppen bilden
Phase V: Planungspapiere in den Einzelgruppen erstellen: Berücksichtigung aller Aspekte der Projektarbeit
Phase VI: Selbständige Arbeit in den Gruppen und Zwischenberichte im Plenum
Phase VII: Produktpräsentationen
Phase VIII: Reflexion
 
 

Anforderungen und mögliche Produkte

Grundsätzlich soll das Produkt den Anforderungen einer Facharbeit entsprechen und in angemessenem Verhältnis zur Erarbeitungszeit stehen (der Unterricht erfolgt 2-stündig über 2 Halbjahre). Es werden die Bereitschaft und das Interesse vorausgesetzt, sich sowohl mit eigenen Erarbeitungen wie auch denen der Mitschüler auseinanderzusetzen, auch außerhalb der regulären Unterrichtszeiten forschend und selbstständig zu arbeiten sowie die eigenen Ergebnisse kritisch zu reflektieren und zu dokumentieren. Eigeninitiative, wissenschaftliches Denken und Arbeiten stehen somit im Mittelpunkt der
Kursarbeit.
 
Die Produkte der Arbeitsgruppen hängen vom gewählten Arbeitsschwerpunkt ab.
 
Denkbar wären beispielsweise:
• die Entwicklung eines historischen Stadtführers
• das Erstellen einer Radiosendung
• das Verfassen einer schriftlichen Arbeit und deren Präsentation
• die Vorbereitung und Durchführung einer kleinen Ausstellung

 

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