Förderung von Schülerinnen und Schülern bei besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens (LRS) am Helmholtz-Gymnasium

Viele Kinder haben in der Schule mit besonderen Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens zu kämpfen. Dies hat für die betroffenen Kinder nicht nur Auswirkungen auf das schulische Lernen, sondern auch auf die emotionale und persönliche Entwicklung insgesamt. Es ist daher eine wichtige Aufgabe der Schulen, diese Kinder möglichst frühzeitig und effektiv zu fördern.

Für Kinder, bei denen besondere Schwierigkeiten auftreten, sind besondere schulische Fördermaßnahmen notwendig. Der Runderlass „Förderung von Schülerinnen und Schülern bei besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens (LRS)" vom 19.07.1991 stellt die verbindliche Vorgabe für die Schulen der Primarstufe und der Sekundarstufe I dar.

Dies gilt ausdrücklich auch für Rechtschreib- und Leseleistungen in anderen Fächern.

 

Der LRS-Erlass regelt im Wesentlichen die folgenden Sondermaßnahmen zum Schutz und der Förderung von LRS-Schülerinnen und Schülern:

 

1.    Diagnose und Fördermaßnahmen

2.    Erteilung von Nachteilsausgleichen

3.    Zusammenarbeitspflicht

 

 

Am Helmholtz-Gymnasium setzen wir den LRS-Erlass wir folgt um:

 

1.    Diagnose und Fördermaßnahmen (LRS-Erlass Pkt. 2, Pkt. 3)

 

          1.1. Diagnose

 

Im Rahmen des Deutschunterrichts werden alle Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs in den ersten Schulwochen im Hinblick auf ihre Lese- und Rechtschreibkompetenz mithilfe des Salzburger Lesescreenings und der Hamburger Schreibprobe getestet.

 

          1.2. Fördermaßnahmen

 

An unserer Schule sind seit Jahren Fördermaßnahmen in speziellen Förderkursen etabliert. Der konzeptionelle Rahmen und die inhaltliche Ausgestaltung der Fördermaßnahmen in der Sekundarstufe I werden regelmäßig kritisch reflektiert und weiterentwickelt. Unser aktuelles Förderkonzept des Faches Deutsch finden Sie hier

 

          1.3. Außerschulische Maßnahmen

 

Außerschulische Fördermaßnahmen werden von unserer Seite empfohlen, wenn die Schülerin  / der Schüler trotz intensiver schulischer Förderung die für das Weiterlernen grundlegenden Kenntnisse im Lesen oder Rechtschreiben nicht erwerben konnte. Hier arbeiten wir eng mit der schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt Bielefeld zusammen.

 

 

2.    Leistungsbewertung und Nachteilsausgleich

 

          2.1. Sekundarstufe I

 

Die gesetzlichen Grundlagen zur Gewährung eines Nachteilsausgleichs sind geregelt in Art.3, Abs. 3 des Grundgesetzes, §§ 1und 2 des Schulgesetzes NRW, im LRS-Erlass (RdErl. d. Kultusministeriums v. 19.07.1991) und der APO-GOST.

Schutzmaßnahmen nach LRS sind lt. Erlass und allgemeiner Prüfungsordnung vorgesehen bei Schülerinnen und Schülern der Klassen 3-6 und in besonders begründeten Einzelfällen für die Klassen 7-9 (G8), sofern sie zusätzlicher Fördermaßnahmen bedürfen. Hier ist neben einer kontinuierlichen Förderung auch eine lückenlose Dokumentation dieser erforderlich.

 

Der Nachteilsausgleich bezieht sich auf die Leistungsfeststellung (Klassenarbeiten und Klausuren) sowie auf die Leistungsbeurteilung.

Beispiele für Nachteilsausgleiche sind:

 

·         Zeitverlängerung bei Leistungsbewertungen / Klassenarbeiten / Klausuren

·         Stellen anderer Aufgaben

·         mündliche Prüfungsformate

·         Zurückhaltende oder aussetzende Gewichtung der Rechtschreibleistung oder einzelner Phänomene bei Leistungsbewertungen und bei Zeugnisnoten im Fach Deutsch

·         Bei Versetzungen und Abschlüssen sind Leistungen beim Lesen und Schreiben nicht ausschlaggebend

Grundsätzlich gilt:

 

ð      Das Aussetzen der Benotung einzelner Teilleistungen ist progressiv angelegt.

ð      Aus dem oben aufgeführten Maßnahmenkatalog wird der Nachteilsausgleich individuell für betroffene Schülerinnen und Schüler gestaltet. Ansprechpartner sind immer die Klassen- und Fachlehrerinnen und –lehrer.

 

 

          2.2. Sekundarstufe II

 

Schülerinnen und Schüler, die nachweislich bereits in der Sekundarstufe I LRS-Betroffene im Sinne des Erlasses waren und auch trotz Förderung weiterhin eine Lese-Rechtschreibschwierigkeit aufweisen, fallen unter die Oberstufenregelung APO-GOSt.

 

§13 Abs.7 APO-GOSt:

„Soweit es die Behinderung oder sonderpädagogische Förderbedarf einer Schülerin oder eines Schüler erfordert, kann die Schulleiterin oder der Schulleiter Vorbereitungszeiten und Prüfungszeiten angemessen verlängern und sonstige Ausnahmen vom Prüfungsverfahren zulassen; in Prüfungen mit landeseinheitlich gestellten Aufgaben entscheidet anstelle der Schulleiterin oder Schulleiters die obere Schulaufsichtsbehörde. Entsprechendes gilt bei einer besonders schweren Beeinträchtigung des Lesen und Rechtschreibens. Die fachlichen Leistungsanforderungen bei Abschlüssen und Berechtigungen bleiben unberührt.“

(Schulministerium NRW, 2014)

 

 

           2.2.1.  Verfahrensschritte:

 

 

LRS

lag nachweislich in Sek. I vor,

Nachteilsausgleich wurde gewährt

 

 

Die Eltern stellen rechtzeitig,

d.h. mindestens zwei bis drei Monate vor Eintritt in die Oberstufe,

bei der Schulleitung einen Antrag auf Anerkennung ihres Kindes als

LRS-Schülerin oder LRS-Schüler.

 

Die Schulleitung

entscheidet über die Anerkennung.

 

Ein Nachteilsausgleich in der Oberstufe kann nur bei

Nachweis nachhaltiger Förderung mit

Nachweis des Förderkonzeptes geschehen.

 

Bei Anerkennung:

·         Gewährung eines Nachteilsausgleichs (z.B. Schreibzeitverlängerung)

·         KEIN Aussetzen der Note

Bei Ablehnung:

·         Keine Maßnahmen des Nachteilsausgleich

·         Kein Aussetzen der Note

 

2.2.2 Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs in der Oberstufe

 

·         Schreibzeitverlängerung

·         Arbeit mit dem PC

·         Arbeit in separatem Raum

 

 

2.2.3. Berücksichtigung von LRS im Abitur

 

Für die Gewährung des Nachteilsausgleichs im Abitur ist die Bezirksregierung in Detmold zuständig. Das Helmholtz-Gymnasium hat hier keine Entscheidungskompetenz. Die Schule wird alljährlich per Schulmail durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung aufgefordert, Schülerinnen und Schüler zu melden, für die im Rahmen der zentralen Abschlussprüfungen Nachteilsausgleiche beantragt werden.

Nachdem die Eltern rechtzeitig einen Antrag an die Schulleitung gestellt haben, stellt diese bei der Bezirksregierung den Antrag auf Nachteilsausgleich für die betroffenen Schülerinnen und Schüler. Die gewährte Form des Ausgleichs muss auch in der vorausgegangenen Förderpraxis zur Anwendung gekommen und dokumentiert worden sein (verlängerte Vorbereitungs- und Prüfungszeit, separater Prüfungsraum...). Fachliche Anforderungen bleiben unberührt, das Aussetzen der Benotung der LR-Leistung ist nicht möglich. Bei schriftlichen Arbeiten kann die Note – wie bei jedem anderen Prüfling auch -  aufgrund mangelhafter Rechtschreibleistung herabgesetzt werden.

 

 

 

3.    Zusammenarbeitspflicht

        

          3.1. Zusammenarbeit mit den Eltern

 

·         Die Eltern werden von uns über das Vorliegen einer LRS im Anschluss an die vorgenommenen Testungen und die daraus resultierenden Maßnahmen (individuelle Fördermaßnahmen, Nachteilsausgleich) informiert (LRS-Erlass Pkt.5).

·         Wenn konkrete Hinweise auf medizinisch-organische Beeinträchtigungen vorliegen, empfehlen wir den Eltern eine fachärztliche Untersuchung (LRS-Erlass Pkt. 2.1).

·         Die Eltern werden aufgefordert, bei außerschulischer Förderung ihres Kindes die Schule darüber schriftlich zu informieren.

                           

          3.2. Zusammenarbeit mit dem schulpsychologischen Dienst

 

Unsere Schule arbeitet eng mit dem schulpsychologischen Dienst der Stadt Bielefeld zusammen (siehe1.3.). Nach Ab- und Rücksprachen weisen wir gemeinsam mit Mitarbeitern des schulpsychologischen Dienstes auf außerschulische Therapie- und Fördermöglichkeiten hin. Außerdem ist ein thematischer Elternabend zu LRS und zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Bereich des Lesens und Schreibens, den wir gemeinsam mit Vertretern des schulpsychologischen Dienstes durchführen, fester Bestandteil unseres Jahreskalenders.